Low Lights

Ein Spielfilm (90 min.) von Ignas Miskinis
Litauen/Deutschland 2009

Low Lights ist ein atmosphärisches urbanes Roadmovie, Liebesgeschichte und Buddy Movie. Zwei Männer und eine Frau, drei einsame Menschen, für eine Nacht durch ein seltsames Ritual miteinander verbunden: Night Driving – ziellose Autofahrten durch die Straßen der Stadt. Die Reise wandelt die kalte, enge Stadt in einen unentdeckten und unvorhersehbaren Raum, voller Freiheit, Nähe, Liebe und Hoffnung.

TADAS (33) ist ein ordentlicher Mittelschicht-Typ, ziemlich männlich, aber erscheint etwas älter als er wirklich ist. Er ist schüchtern, eigenständig und sieht aus, als ob er damals in der Schule ein Überflieger war. Er ist verheiratet, aber hat keine Kinder. Tadas hat eine mittlere Position bei einer Versicherung, renoviert gerade eine neue mittelgroße Wohnung in einem Wohnblock und hat einen Mittelklassewagen zusammen mit seiner Frau geleast. Obwohl er einiges erreicht zu haben scheint, hat Tadas das Gefühl, dass das Leben an ihm vorbeizieht. Er hat keine Freunde, kümmert sich nicht mehr richtig um seine Karriere und die Beziehung zu seiner Frau ist schlimmer als förmlich: Sie haben sich beide zurückgezogen, auseinander gelebt, sind sich gegenseitig gleichgültig. Tadas ist zu schwach, um irgendetwas zu ändern, und steckt in seiner Alltagsroutine fest.

An einem ganz normalen Arbeitstag trifft Tadas zufällig auf einen alten Schulkameraden. LINAS (33) ist damals ausgewandert auf der Suche nach schnellem Erfolg. Doch nachdem es im Ausland nicht geklappt hat, ist er nun zurückgekommen. Jetzt ist er vollständig pleite und versucht etwas Geld zu machen oder einen Job zu angeln oder jemanden zu treffen, der ihm hilft, irgendwo einen Fuß in die Tür zu kriegen. Tadas erscheint er jedoch als selbstbewusster Womanizer, ein Abenteurer, ein Experte für alle Bereiche, eine freie Seele, die macht was sie will. Um eine wertvolle neue Freundschaft zu schließen und zugleich Tadas langweiliges Leben aufzupeppen, schlägt Linas vor, an diesem Abend mit Tadas auszugehen und ihm die Abenteuer der Nacht zu zeigen ...

Nacht. Die Beiden fahren in Tadas neuem Auto durch die leere Stadt. Linas beginnt, die essentiellen Rituale des Night Driving zu erklären: Sie tanken maximal zwei Liter Benzin, um immer wieder einen Grund zu haben, an einer Tankstelle anzuhalten, ihren Wagen in der Waschanlage zu „erfrischen“, andere Nachtgestalten zu treffen und ohne Licht durch die dunklen Straßen zu rasen. Zunächst findet Tadas das Ganze eher lächerlich als fesselnd und romantisch.

Die Situation ändert sich plötzlich, als sie auf eine extrem interessante Frau treffen. Sie stellt sich als VITA vor. Linas ist fasziniert. Tadas ist geschockt und sprachlos: Die Schöne ist Tadas Frau! Sie sieht irgendwie anders aus in der Nacht und tut so, als ob sie Tadas gerade zum ersten Mal sehen würde. Er ist ziemlich verblüfft und entscheidet im selben Moment, das Spiel mitzumachen: Er erzählt Linas nicht die Wahrheit über Vita.